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Stadtwerkestiftung fördert Restaurierung auf Schloss Wernigerode
Festsaal erhält seine originale Wandgestaltung zurück

Noch in diesem Jahr werden die Restaurierungsarbeiten an der Nordseite des Festsaals auf Schloss Wernigerode beginnen. Der Festsaal zählt zu den beeindruckensten Räumlichkeiten des Schlosses. Seine Ausstattung, inklusive der drei imposanten Wandgemälde, stammt aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dank Unterstützung der Wernigeröder Stadtwerkestiftung kann nun die Fensterfront, die letzte der wiederherzustellenden Seiten des Saals, restauriert werden.

Als Graf Otto zu Stolberg Wernigerode im Jahr 1858 die Regierung der Grafschaft übernahm, ließ er das Schloss von Grund auf modernisieren und verlieh ihm seine heutige Gestalt. Graf Otto zu Stollberg Wernigerode gehörte sowohl politisch, als auch wirtschaftlich zu den Spitzen des deutschen Adels. In seiner hohen gesellschaftlichen Stellung musste er im Schloss repräsentative Empfänge für allerhöchste Herrschaften geben. Im Zuge des Umbaus entstanden daher unter anderem die große Freiterrasse, die neue Schlosskirche, der große Schlossturm und der Saalbau, zu dem auch der Festsaal im Obergeschoss gehörte. Dieser wurde im Jahr 1885, nach Fertigstellung der drei großen Wandgemälde, feierlich eingeweiht.

Restaurierung bald komplett
Vor acht Jahren hat man mit der Restaurierung des Festsaals begonnen. Den Anfang bildete damals die Wiederherstellung der Westseite mit der dort befindlichen Orchesterloge. Im Anschluss wurden die Festsaalbilder und die Längs- und Südseite restauriert. Nachdem Wasser über das Dach eingetreten war, wurden diese stark in Mitleidenschaft gezogen und mussten daher schnellstmöglich gerettet werden. Vor zwei Jahren nahm man dann die Ostseite in Angriff. Dank der Unterstützung der Wernigeröder Stadtwerkestiftung kann nun mit der Wiederherstellung der nördlichen Fensterseite und somit mit der vollständigen Wiederherstellung der Festsaals begonnen werden.

Erfahrene Fachleute sind gefragt
Die Restaurierungsarbeiten wird die Firma Gramann & Schwieger GbR aus Potsdam übernehmen. Diese haben bereits früherer Arbeiten am Festsaal durchgeführt und kennen sich somit mit den Gegebenheiten vor Ort und den Rezepturen für die wiederherzustellenden Farbigkeiten bestens aus. Dank der 5.000 Euro, die die Stiftung bereitstellt, werden die Restaurationsarbeiten noch in diesem Jahr beginnen können. Schon bald wird somit der Festsaal wieder in seiner ganzen Pracht, wie bei seiner Fertigstellung vor über 120 Jahren, für Einheimische und Touristen erstrahlen können.

 

PERSEPHONE - Coming Home

Die Konzerte des Ensembles PERSEPHONE gelten mittlerweile als Geheimtipp unter Liebhabern anspruchsvoller Musik. Niemanden lässt diese kraftvolle Darbietung unberührt, keiner, der nicht verzaubert den melancholischen Klängen lauscht.

Seit der Veröffentlichung ihres 4. Studioalbums "Letters to a Stranger" begeistert die Gruppe um die österreichische Sängerin und Schauspielerin Sonja Kraushofer das europäische Publikum mit ihrem leidenschaftlichen und intensiven Programm. Doch auch in den Jahren zuvor waren PERSEPHONE alles andere als untätig und traten stets mit Konzerten und Album-Produktionen ans Licht der Öffentlichkeit.
In diesem Zusammenhang hat am 31. Oktober das lange Warten treuer Fans ein Ende: das vergriffene Debutalbum "Home" wird wieder veröffentlicht. Unter dem Titel „Coming Home“ finden im Herbst Konzerte an ausgewählten Orten statt. Auf Wernigerode trifft dies besonders zu: Seit Jahren ist das Ensemble Gast auf Schloss Wernigerode und auch mit dem Philharmonischen Kammerorchester verbinden PERSEPHONE viele gemeinsame Erfahrungen: Abgesehen von ihrem gemeinsamen Auftritt bei den Wernigeröder Schlossfestspielen 2006 spielte das Orchester für das aktuelle Album „Letters to a Stranger“ ein.
Am 11.Oktober werden die fragilen Lieder um Vergänglichkeit und Verlust mit der für PERSEPHONE typischen, kammermusikalischen Magie völlig unverstärkt und hautnah in der Schlosskirche präsentiert. Das Konzert beginnt um 19.00 Uhr.
Tickets können unter der Tickethotline: 03943/553040 bzw. per E-Mail unter schlosswr@t-online.de bestellt werden.
Weitere Infos unter www.persephone-home.de

Ausstellung Napoleon III. Kaiser der Franzosen auf Schloß Wernigerode

24. Juli bis 02. November 2008

Schloß Wernigerode versteht sich als erstes deutsches museales Zentrum für die Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts. Darunter wird der Zeitraum zwischen 1803, dem Jahr des Reichsdeportationshauptschlusses, und dem Jahr 1918, dem letzten Jahr der Monarchie in Deutschland, verstanden. In diesem Zusammenhang werden immer wieder auch europäische Phänomene exemplarisch in den Blick genommen. Im Jahr 2000 war dies der 100. Todestag von Oscar Wilde. Im Jahr 2003 Belgien, mit einer Präsentation der ersten Werkschau des flämischen Maler Eugeen van Mieghem. 2006 Spanien mit einer Präsentation sämtlicher Radierungen aller Radierungsfolgen Francisco de Goyas. Im Jahr 2008 wird der 200. Geburtstag von Louis Napoleon zum Anlaß genommen, sich dieser Person zu widmen. Die Ausstellung ist vornehmlich biographisch und thematisch angelegt und der Schwerpunkt soll in Ergänzung zur Präsentation in Konstanz und Arenenberg/Kanton Thurgau auf seiner Biographie nach 1848 liegen. Der Schwerpunkt in der Ausstellung in der Schweiz liegt davor, so daß beide Ausstellungen sich ergänzen.

Die Ausstellung wird in 5 Räumen in den Sonderausstellungsräumen im Frühlingsbau auf Schloß Wernigerode präsentiert und dementsprechend in 5 Unterkapitel aufgeteilt.
Raum 1 erzählt die Biographie Napoleons und seiner Familie bis zur Revolution von 1848. Hier ist vor allem exemplarisch auf das alles überstrahlende Vorbild des großen Kaisers in Frankreich, Napoleon I., und die unglückliche Biographie Napoleon II. als Herzog von Reichsstadt zu verweisen. Darüber hinaus werden weitere biographische Stationen, wie der vergebliche Putschversuch von 1837 in Straßburg und die Gefängniszeit in der Festung Ham in Frankreich, vor Augen geführt.

Das 2. Kapitel lautet: Die Familie Bonaparte und die Familie Beauharnais. Es wird einen besonderen Schwerpunkt zur Präsentation der Mutter Hortense sowie der Ehe mit der Spanierin Eugenie geben. Ebenso wird hier auf die Erziehung und die Rolle des kaiserlichern Sohnes, des Prinzen Louis, genannt Lulu, hingewiesen.

Das 3. Kapitel widmet sich der Belle Epoque und der Umgestaltung von Frankreich und Paris im 2. französischen Kaiserreich unter Louis Napoleon. Insbesondere wird hier auch anhand bisher nicht gezeigter Karikaturen auf die doppelbödige Moral dieser Zeit verwiesen.

Das 4. Kapitel trägt den Titel Das Kaiserreich und die Politik. Hier werden wesentliche Vorgänge während der Zeit der Regierung von Louis Napoleon museal vorgestellt. Es handelt sich dabei u.a. um den Krimkrieg, den Krieg in Mexiko, die wirtschaftliche Blüte Frankreichs und die Weltausstellungen sowie den Umbau von Paris durch Baron Haussman.
Das letzte Kapitel trägt den Titel Deutsch-Französischer Krieg und Exil und zeigt die Konfrontation mit dem entstehenden deutschen Nationalstaat, den Krieg mit dem französischen Kaiserreich sowie die letzten Lebensjahre von Louis Napoleon im englischen Exil.

Insgesamt werden ca. 250 Exponate gezeigt, von denen ein großer Teil noch niemals öffentlich gezeigt wurde. Die meisten stammen aus dem Napoleonmuseum Schloß Arenenberg im Kanton Thurgau, wobei auch darauf hingewiesen wird, dass Napoleon III. Thurgauer Bürger war und seine Ausbildung zum Atellerieoffizier in der Schweiz erhalten hat. Der kompletteste und geschlossenste Nachlaß der Familie vom Napoleon III. befindet sich in der Schweiz, weil seine Frau Kaiserin Eugenie den kompletten Nachlaß, einschließlich des Schlosses, dem Kanton Thurgau geschenkt hat.

Auf Schloß Wernigerode wird mit mindestens 50.000 Besuchern gerechnet.

15 Jahre Schloß Wernigerode GmbH

Am 1. Mai 2008 wurde die Schloß Wernigerode GmbH 15 Jahre alt. Der Gesellschaftsvertrag wurde vom damaligen Besitzer der Immobilie Schloß Wernigerode, dem Landkreis Wernigerode, auf Beschluß des Kreistages mit dem Gesellschaftervertrag unter dem Datum des 20. April 1993 notariell beglaubigt.
Bis April 2007 war der Landkreis Wernigerode alleiniger Eigentümer des Schlosses Wernigerode. Seither gehört es der privatrechtlichen selbständigen Stiftung Schloß Wernigerode. Die Schloß Wernigerode GmbH ging dabei an diesen Gesellschafter über.
In den 15 Jahren ihres Bestehens konnten seit 1. Mai 1993 bis 1. Mai 2008 rund 3,2 Millionen Gäste auf Schloß Wernigerode begrüßt werden. Dies entspricht einer jährlichen durchschnittlichen Besucherzahl von mehr als 200.000 Besuchern pro Jahr. Schloß Wernigerode gehört damit zu den 20 bestbesuchten Schloß- und Burgmuseen Deutschlands und ist das mit Abstand meistbesuchte des Landes Sachsen-Anhalt.
Die Schloß GmbH hat laut Gesellschaftervertrag die Aufgaben zur Erhaltung des Schlosses als Denkmal, die museale Betreuung der Besucher, die Erbringung von Dienstleistungen gegenüber Dritten und den Erhalt des Museums als öffentliche Einrichtung.

In den vergangen 15 Jahren wurde eine Fülle von Projekten verwirklicht. So wurde im 1. Rundgang des Schlosses das Billardzimmer völlig neu möbliert und mit neuen Ausstellungsgegenständen versehen. Es wurden zwei maßstabsgetreue Schloßmodelle gebaut, die im Rundgang ihren Platz fanden. Die ehemalige Neue Bibliothek wurde nach historischem Muster rekonstruiert. Im Roten Salon und im Schreibzimmer der Gräfin Anna zu Stolberg-Wernigerode wurden nach Befundlage die ausgestellten Gegenstände ergänzt. Das ehemalige gräfliche Schlafzimmer wurde 1998/99 vollständig rekonstruiert; es wurden Seidenwandbespannungen nachgewoben und Möbel neu bezogen. Seit Jahren werden auf Schloß Wernigerode die historischen Gardinen wiederhergestellt und nach historischem Muster wieder an die Fenster und Türen angebracht. Im Ankleidezimmer der Gräfin Anna wurde eine neue Ausstellung mit Dokumenten zum Umbau des Schlosses Wernigerode zu einem historistischem Gesamtkunstwerk zwischen 1862 und 1885 ausgestellt. Darunter befinden sich erstmalige Zeugnisse des Baurats Carl Frühling und bislang unbekannte Stukkaturvorlagen für Schnitzereien im Schloß Wernigerode.
Eine weitere wichtige Maßnahme bestand in der Einrichtung eines stimmungsvollen Museumscafé’s in der ehemaligen Fürstinnengarderobe im Jahr 1995. Seit 1998 wurde die komplette Freiterrasse (mit einer Scheitelhöhe von 24 m) vollständig saniert. Der End- und Höhepunkt dieser Maßnahmen war die Rekonstruktion der formalen Gartenanlagen auf der großen Freiterrasse 2006 und der vier Hanggärten, der Weinterrassen, im Jahr 2007.
Im 2. Rundgang wurde im sogenannten Frühlingsbau 1999 mit finanzieller Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt und der Stiftung Niedersachsen ein Sonderausstellungsbereich, der bis zu sechs eigene Räume umfaßt, ausgebaut. Seither finden pro Jahr drei bis vier große Sonderausstellungen statt.
Höhepunkte der Sonderausstellungen in den 15 Jahren waren:

1999 die Ausstellung Abenteuer, Natur, Spekulation. Goethe und der Harz, die sämtliche Harzbeziehungen Goethes anhand von Realien neu wissenschaftlich aufgearbeitet hat. Im Jahr 2000 die Ausstellung zum 100. Todestag des englischen Ästhetizisten Oscar Wilde unter dem Titel Die Erfindung des Schönen, 2001 eine Ausstellung mit Ölbildern und Handzeichnungen von Max Liebermann aus Privatbesitz, 2002 Fülle des Schönen. Gartenlandschaft Harz, die erstmalig den Harz als bedeutende Park- und Gartenlandschaft erschlossen hat, 2004 fand die bisher nördlichste Ausstellung zum Thema Franz von Stuck statt, 2006 wurden sämtliche Beziehungen Ernst Barlachs zum Harz in den Fokus genommen. Ein internationaler Höhepunkt war die Präsentation sämtlicher Radierungszyklen von Francisco de Goya aus dem Besitz der Fundación Juan March in Madrid im Jahr 2005.

Seit 1998 liegt ein neues Museumskonzept vor. Schloß Wernigerode firmiert seither als erstes deutsches museales Zentrum für Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts und kümmert sich dezidiert um den Zeitraum zwischen 1803, dem Jahr des Reichsdeputationshauptschlusses, und 1918, dem Ende der Monarchie in Deutschland.

Im Jahr 2000 wurde mit der Restaurierung des großen Festsaales begonnen. Es wurden dabei die Bilder gefestigt und sämtliche Schablonenbegleitmalereien schrittweise wieder freigelegt. Es fehlt noch die vierte Wandseite zum Fenster, die mit Hilfe der Gesellschaft der Freunde des Schlosses Wernigerode, dem Förderverein des Schlosses, vielleicht noch dieses Jahr in Angriff genommen werden soll.

Vollständig neu eingerichtet wurde 2007 der Vorraum zum Festsaal, der nun mit völlig unbekannten Exponaten sich dem Thema Zeremoniell und Gäste auf Schloß Wernigerode widmet. Einige Jahre früher wurde das Porzellanzimmer des Fürsten Christian Ernst restauriert. Mit dem Jahr 2001 begann die Herrichtung einer Raumfassung von drei thematischen Räumen zur Höfischen Repräsentation aus dem Jahr 1778. Hier fand auch ein maximilianischer Turnierharnisch seine Aufstellung, der mit Hilfe des Landes Sachsen-Anhalt aus Privatbesitz aufgekauft werden konnte und nun als Originalexponat der Zeit um 1520 ausgestellt wird.

Im Jahr 1998 wurde im ehemaligen fürstlichen Weinkeller ein moderner Museumsladen eingerichtet. 2007 wurde eine Trennung zwischen Zu- und Abgang erreicht und der talseitige Treppenturm saniert. Über die sogenannte Apfelbaumterrasse erfolgt nun der Ausgang aus dem Schloß Wernigerode.

1999 wurde eine eigene Buchreihe ins Leben gerufen, die Edition Schloß Wernigerode, die nunmehr 12 Bände umfaßt. Manche Bände davon sind bereits ausverkauft, so die Bände zu Goethe und der Harz und zu Francisco de Goya.

Da sich die Schloß Wernigerode GmbH natürlich auch als klassisches Museum versteht, wurde im Sinne des Museumsgedankens, wozu auch das Sammeln und das intelligente Erweitern der Sammlungsgegenstände gehört, ca. 6.000 Sammlungsgegenstände angekauft. Dazu zählen u.a. zeitgenössische Porträts von König Wilhelm I. von Preußen, das seinen Platz in Ottos Schreibzimmer gefunden hat sowie ein unbekanntes Porträt von Friedrich dem Großen, das gegenwärtig restauriert wird. Darüber hinaus kamen drei Gemälde von Ernst Helbig, darunter besonders bedeutsam die Johanniskirche mit dem Schloß Wernigerode im Hintergrund und eine im Werkverzeichnis von Doris Derdey nicht genannte Brockenansicht auf das Schloß. Des Weiteren der Ilsestein im Sonnenlicht von Georg Heinrich Crola, eines seiner Hauptwerke. Besonders bedeutsam ist der Erwerb einer umfangreichen Eisenkunstsammlung zum Eisenguß im 19. Jahrhundert mit Schwerpunkt 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, die knapp 500 Objekte umfaßt.

Schloß Wernigerode wurde in den 15 Jahren Bestehen der Schloß Wernigerode GmbH unter Markenmusterschutz gestellt. Seither muß Schloß Wernigerode bei gewerblicher Nutzung mit dem „rechtsgeschützt“-Zeichen zitiert werden und wirtschaftliche Verwendungen des Schlosses sind von der GmbH zu genehmigen.

Die Schloß Wernigerode GmbH beschäftigt durchschnittlich pro Kopf gerechnet 25 Arbeitnehmer. Um das Schloß Wernigerode sind darüber hinaus eine Fülle weiterer Unternehmungen tätig, so die Wernigeröder Schloß- und Bimmelbahn, das Schloßcafé, das Café Schloßterrassen, der Büchsenmacher etc.. Das Schloß stellt einen erstrangigen touristischen Schwerpunkt dar, der nicht nur für Wernigerode und sein Umland, sondern für den gesamten Harz von Bedeutung ist.
Mit ca. 10 Prozent der Besucher aus dem Ausland stellt es außerdem eine weit über den Landesdurchschnitt liegende Attraktion für ausländische Besucher dar.

23.04.2008
Jahreshauptversammlung des Harzvereins 2008
Pressemitteilung Jahreshauptversammlung des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde Am Sonnabend, dem 19. April 2008, hat in Neustadt (Landkreis Nordhausen) die Jahreshauptversammlung des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde e.V. stattgefunden. Der Harzverein ist 1868 in Wernigerode gegründet worden. Sein erster Vorsitzender war Graf Botho zu Stolberg-Wernigerode. Der Harzverein hat sich bereits in den ersten Jahren seines Bestehens vor zu einem der führenden deutschen Geschichtsvereine entwickelt. Besonders bedeutsam war und ist die Herausgabe der jährlichen Zeitschrift, die bis in den 2. Weltkrieg hinein als „Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde“ erschien und ab 1948 unter dem kürzeren Namen „Harzzeitschrift“. Die in diesem Jahr erscheinende Harzzeitschrift ist bereits der 60. Jahrgang nach der Wiederbegründung 1948 in Bad Harzburg. Aufgrund der deutschen Teilung konstituierte sich der Verein unter Führung von Karl Wolfgang Sanders 1948 neu. Zunächst war der Sitz in Goslar beim dortigen Stadtarchiv untergebracht und wanderte dann nach Braunschweig. 2001 ist er schließlich an seinen angestammten Ort nach Wernigerode zurückgekehrt. Die gegenwärtige Geschäftsstelle ist auf Schloß Wernigerode zu finden. Der Harzverein ist in seiner Art der einzige Verein, der die gesamte Geschichte des Harzgebietes zwischen Eisleben und Bad Gandersheim sowie Halberstadt und Sondershausen im Blick behält. Von daher wird großer Wert auf die Darstellung der vielfältigsten geschichtlichen Ereignisse im gesamten Gebiet gelegt, aber auch übergreifende Zusammenhänge werden immer wieder vom Verein erforscht, in Tagungen beleuchtet, durch Exkursionen erfahrbar gemacht und in der „Harzzeitschrift“ publiziert. Darüber hinaus gibt der Verein die „Harzforschungen“ heraus, die verschiedene Monographien zu besonderen Themen der Harzgeschichte darstellen. Auf der Jahreshauptversammlung in Neustadt unter dem Hohnstein wurde für eine Amtsperiode auf drei Jahren der Vorstand neu gewählt. Dabei wurde der bisherige Vorstand neu bestätigt. Erster Vorsitzender ist Dr. Christoph Römer (Braunschweig), ehemals Mitarbeiter am Braunschweigischen Landesmuseum, zweiter und geschäftsführender Vorsitzender ist Dr. Christian Juranek, Geschäftsführer der Schloß Wernigerode GmbH. Schatzmeisterin des Vereins ist Dr. Monika Lücke, Mitarbeiterin der Martin Luther-Universität Halle/Wittenberg am Institut für Geschichtswissenschaften. Als Schriftführer des Vereins fungiert Hans-Jürgen Grönke, Mitarbeiter der Stadtverwaltung Nordhausen und Archäologiebeauftragter des Landkreises Nordhausen. Als Beisitzer fungieren des Weiteren: Dr. Dieter Pötschke (Potsdam), Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums des Landes Brandenburg, Dr. Jörg Brückner (Wernigerode), Leiter der Außenstelle Wernigerode des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt, Dr. Bernd Feicke (Westerhausen), Vorsitzender des Westerhäuser Museumsvereins, Klaus Grünberg, Leiter der Stadtbibliothek und der Harzbücherei Wernigerode. 

22.04.2008
Hans Bober zum 100. Geburtstag
Am Donnerstag, dem 17. April, wird um 20 Uhr im Frühlingsbau von Schloß Wernigerode eine Sonderausstellung zum 100. Geburtstag des Malers Hans Joachim Bober eröffnet. Die Ausstellung zeigt ca. 150 Arbeiten auf Papier, vor allem in Aquarell- und Gouachetechnik aber auch in Öl. Sie gliedert sich in vier Schwerpunkte: Stilleben, Porträts, Arbeiten der Wernigeröder Zeit, Landschaftsdarstellungen und abstrakte Malerei. Hans Joachim Bober, Kunstpreisträger der Stadt Wernigerode des Jahres 1993, wurde im Januar 2008 100 Jahre alt. Er lebt wieder in der Stadt, wo er auch geboren wurde, in Berlin. Er studierte von 1926 bis 1930 an der Staatlichen Kunstschule in Berlin bei Rösner, Konrad von Kadorf und Bernhard Hasler. Ab 1934 war er als Kunsterzieher in Wernigerode tätig, wohin er auch ab 1950 wieder zurückkehrte. Bober hat nicht zuletzt in Wernigerode eine große Zahl von Schülern geprägt und selbst Kunstgeschichte durch Lehrerschaft geprägt. Zu seinen bekanntesten Schülern zählt der später als Professor an der Hochschule für bildende Künste in Berlin tätige Karl Oppermann, aber auch Volker Küster, Professor an der Universität-Gesamthochschule Essen. Die Namensliste ließe sich beliebig fortsetzen. 1961 übersiedelte Bober in die Bundesrepublik und verlor dadurch einen großen Teil seines Werkes, das staatlich konfisziert und im damaligen Feudalmuseum Schloß Wernigerode eingelagert wurde. Er war dann als Kunsterzieher in Minden/Westfalen tätig und hatte nationale und internationale Ausstellungsbeteiligungen u.a. in Berlin und Appeldorn. Nach der Pensionierung lebte er wieder in Berlin und hatte hier fast regelmäßig Einzelausstellungen in verschiedenen Galerien, in den letzten Jahren insbesondere in der Galerie Büsch in der Glockenturmstraße in Berlin-Charlottenburg. Die Arbeiten von Hans Joachim Bober zeichnen sich vor allem durch immer wieder Neuerkunden von Farbe, Raum und Technik aus. Bis heute zeichnet der 100jährige mindestens täglich ein bis zwei Blatt. Ausgehend von klaren Formen und der Realität schafft es Bober immer wieder, durch Farbkompositionen und Perspektivwahl neue Einblicke in die Wirklichkeit zu gewähren. Hans Joachim Bober zählt nicht zu den stark öffentlichkeitsorientierten Malern, dennoch gibt es hier ein weit über Wernigerode und seine sonstigen Lebensstationen hinausweisendes Werk zu erkunden. Die Ausstellung ist zu den normalen Öffnungszeiten des Schlosses Wernigerode in den Sonderausstellungsräumen im Frühlingsbau bis zum 6. Juli 2008 zu sehen. Zur Eröffnung der Ausstellung fährt ab 19.30 Uhr die Schloßbahn Wernigerode auf das Schloß und ab 21.30 Uhr zurück in die Stadt. 

15.01.2008
Süße Versuchung

„Süße Versuchung“ – neue Sonderausstellung auf Schloß Wernigerode Nun ist es endlich so weit. Am 06. Dezember um 19 Uhr, pünktlich zum „Nikolaus-Tag“ wird die neue Sonderausstellung auf Schloß Wernigerode eröffnet. Unter dem Titel „Süße Versuchung –Vom Siegeszug der Schokolade seit dem 19. Jahrhundert – Das Beispiel Wernigerode“ widmet sich erstmals eine Sonderausstellung der Schloß Wernigerode GmbH auch regionaler Industriegeschichte. In vier Abschnitten wird die Entwicklung der „Süßen Industrie“ nachgezeichnet. Während sich die ersten beiden Abschnitte der Geschichte von Kakao und Schokolade und der Entwicklung der Schokoladen-Industrie in Deutschland bis 1945 widmen, befasst sich der dritte Abschnitt ausführlich mit der Entwicklung der einst so zahlreichen Wernigeröder Schokoladenbetriebe. Den Abschluss bildet die Entwicklung der Schokoladen-Industrie in Deutschland nach 1945 bis in die Gegenwart. In fünf Räumen werden insgesamt ca. 650 einzelne Exponate zu sehen sein. Darunter 26 Werbeschilder, 11 Schokoladenautomaten und Spardosen, 62 Schokoladenformen, 40 Kakaodosen, 150 Pralinenschachtel und 225 Stück Schokoladenpapier so wie 14 Kleinplakate, 2 Gemälde und diverse andere Exponate. Erstmals wird auch neben einem Gemälde von Christian Hallbauer „Die Argenta-Schokoladen-Werke“ aus dem Jahr 1938 eines der als verschollen geltenden Gemälde von Ernst Helbig „Die Ronnenberg`sche Chocoladen-Fabrik“ von 1852 zu sehen sein. Freuen Sie sich auf eine große Vielfalt von tollen Exponaten unter denen so mache Rarität zu bewundern ist. So zum Beispiel zwei Kakao-Großcontainer, seltene Emailleschilder, einen Reisepass von F. H. A. Ronnenberg aus dem Jahre 1855, kunstvoll gestaltete Verpackungen und viele tolle Schokoladenformen. Die Ausstellung kann vom 07. Dezember 2007 bis 31.März 2008 zu den regulären Öffnungszeiten besichtigt werden. Außerdem erscheint im Verlag Janos Stekovics unter dem Titel „Süße Versuchung – Vom Siegeszug der Schokolade seit dem 19. Jahrhundert – Das Beispiel Wernigerode“ ein Begleitband zur Ausstellung zum Preis von 19,80 € als Band 12 der „Edition Schloß Wernigerode“. Der Begleitband kann bei der Eröffnung der Ausstellung oder ab 07. Dez. 2007 im Museumsladen der Schloß Wernigerode GmbH bzw. über den Buchhandel erworben werden. Autor Jürgen Will legt mit diesem Band auch die Ergebnisse seiner 5-jährigen Recherche zur Geschichte der Wernigeröder Schokoladen-Industrie vor.