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I n f o b r i e f vom 14.05.2009 an die Mitglieder der
Gesellschaft der Freunde des Schlosses Wernigerode e. V.

Sehr geehrte Vereinsmitglieder,
es ist einiges geschehen auf und im Schloß Wernigerode. Daher möchte der Vorstand Ihnen wiederum einige der Neuigkeiten mitteilen.

Er bleibt unser Hauptprojekt – Der Festsaal Fertiggestellter Bauabschnitt an der Fensterseite des

Der restaurierte Zustand der Festsaalwand

Festsaales (Foto vom 21.04.2009)

Mit unseren Beitragsmitteln und dank der Unterstützung  durch  die  Stadtwerkestiftung  Wernigerode  konnte  noch vor Ostern ein  weiterer Bauabschnitt bei der  Restaurierung  des  Festsaales  – nämlich  die  Fensterseite  - realisiert werden. Alle  Einzelfelder  zwischen  den Fenstern  wurden  mit  grünem  Fond  und oberem  Abschluß  mit  2 schablonierten
Bordüren rekonstruiert. Des  Weiteren  wurde  das  gesamte Wandfeld oberhalb der Fenster zwischen Ost- und  Westwand mit  grünem  Fond versehen. Dadurch  hat  sich  die  Raumwirkung  als Festsaal deutlich verbessert. Zuvor  musste  jedoch  durch  mehrere Spachtel- und  Schleifvorgänge  ein ebener Untergrund hergestellt werden. Allein  einen  Millimeter  Unebenheit auszugleichen,  erfordert  5  bis  6 Arbeitsgänge
Eine  Information  über  den  Erfolg  der  Restaurierung  wird  entsprechend  der  Vereinbarung an die Stadtwerkestiftung übermittelt. Leider  konnte  das  Kultusministerium keine  Mittel  für  die  komplette Fertigstellung freimachen. So sind wir zwar vorangekommen, jedoch im Festsaal noch nicht am Ziel, denn es  fehlt  noch  die  mit  Gold  hinterlegte  Begleitmalerei.  Hoffentlich  findet  das Kultusministerium  im  Laufe  des  Jahres  noch  Mittel  für  die  Förderung  des  letzten Bauabschnittes. Es hat uns zur Antragstellung aufgefordert. Trotzdem brauchen wir weitere Sponsoren, um den Festsaal in seiner ganzen Schönheit wiederherzustellen.

Das Königszimmer – die Herausforderung ist noch größer als erwartet
Das Königszimmer ohne Seidentapete

Bernd Fraaß bei Freilegungsarbeiten im Königs-Wohnzimmer

... Sachverstand, ruhige Hand, Ausdauer und ein
Skalpell... Herr Bernd Fraaß läßt sich nicht aus der
Ruhe bringen

Das  Vorhaben,  die  Restaurierung  der  30  m²  großen  und  140  Jahre  alten  zinnoberroten Seidentapete  im  Dezember  beginnend  bis  Ostern  2009  fertigzustellen,  hat  sich  als  zu ehrgeizig  erwiesen.  Nicht,  dass  die  Restauratorin  Frau  Ines  Zimmermann die Herausforderung nicht annahm.
Bei  der  Abnahme  der  Seidenwandbespannung  wurde  nur  ein  kleines  Stückchen  alter Schwamm  gefunden.  Bei  Hinzuziehung  der  Schwammsachverständigen  hat  sich  das Problem  jedoch  ungemein  ausgeweitet.  Der  Schwammschaden  ist  erheblich  größer  als
ursprünglich angenommen und zieht sich bis in das Dachgebälk. Das Problem ist hier, dass der  Schaden  ein  alter  Schwammschaden  ist,  der  sicherlich  noch  in  die  Jahre  vor  1945 zurückreicht,  aber  nicht  ordnungsgemäß  beseitigt  worden  ist.  Wir  haben  es  hier  mit  einer Schadensbeseitigung  zu  tun,  die  eine  Reparatur  von  nicht  ordnungsgemäßer Schwammbeseitigung selbst darstellt. Beachtlich  ist  dabei,  dass  den  Schlo€besuchern  weiterhin  der  Blick  auf  diese  „Baustelle“ gewährt wird.
So  kann es  geschehen, dass man den fleißigen  Mitarbeiter Bernd Fraaß  mit dem Skalpell beim  Freilegen  der  ursprünglichen Wandbemalung  beobachten  kann. Auch  dieser anspruchsvolle Arbeitsbereich gehört zur Restaurierung des Königszimmers.

Nach dem Abnehmen der Wandbespannung

Nach dem Abnehmen der Wandbespannung

2 Jahre Stiftung Schloß Wernigerode
In  enger  Kooperation  mit  der  Schloß  GmbH  versucht  die  Stiftung,  durch  möglichst konsequenten Einsatz von Fördermitteln das Schloss zu erhalten und weiter zu entwickeln. Im  Jahr  2007  konnten  historische  Fenster  saniert,  die  Heizungssanierung  geplant,  die Brandsicherheit  erhöht und  Reparaturen am Besucherabgang und dem Dachrinnensystem
durchgeführt werden.  2008 wurde insbesondere der hofseitige Treppenturm saniert und eine Notsicherung der Stützmauer veranlasst. 2009 muss in verschiedenen Bereichen sogar um die Standsicherheit gekämpft werden.
Spätestens Ende 2013 drohen wichtige fürstliche Ausstellungsstücke verloren zu gehen. Der Erhalt  der  Authentizität von  Schloss  und  Interieur  ist  erklärtes  Ziel  aller  Parteien,  die konkrete wirtschaftliche und vertragliche Umsetzung jedoch nach wie vor höchst fraglich.
(Rüdiger Dorff, Geschäftsführung Stiftung Schloss Wernigerode)

Abendlicher Rundgang „mit“ Napoleon III. am 14.10.2008

Herr Hoffmann begrüßt zur FührungDr. Juranek im Gespräch mit Mitgliedern

Herr Hoffmann begrüßt zur Führung

Als wäre ER bei der Führung dabei gewesen ...
(Gemälde von Franz Xaver Winterhalter)

Vom großen Erfolg der Ausstellung „Napoleon III.  Kaiser  der  Franzosen“  konnten  sich  die Freunde des Schlosses bei einer Führung am 14.10.2008 überzeugen. Die  Ausstellung  – ein  gemeinsames  Projekt der  Schloß Wernigerode GmbH  und  dem Napoleonmuseum  Thurgau-Schloß und  Park
Arenenburg – wurde am 24.07.2008 in Beisein des  Schweizerischen  Botschafters  eröffnet. Damals  hofften  noch  alle,  was  später  eintrat:
die  Ausstellung  war  so  erfolgreich,  dass  ein Verlängerung unumgänglich war.Die  Ausstellung  hatte  insgesamt  über  80.000 Besucher.

Dr. Juranek im Führungsgespräch mit den Mitgliedern

Mit Kugel und Wetterfahne ist der Treppenturm im Schlosshof wieder komplett
30  Jahre  lang  fehlte  etwas  auf  dem  hofseitigen  Treppenturm.  Unser  Vereinsmitglied  und Firmeninhaber Herbert Mette machte sich an die  Arbeit und schuf  mit der kupfernen Kugel und  der  Wetterfahne  ein  wahres  Meisterstück,  das  auch  allen  denkmalpflegerischen
Ansprüchen gerecht wird. Gemeinsam mit dem Technischen Leiter des Schlosses, Olaf Volk, montierte Meister Mette mit einem weiteren Mitarbeiter die neue Turmspitze absolut sicher in schwindelerregender Höhe.

Herbert Mette und Olaf Volk beim Einlegen der Kassette

Herbert Mette und Olaf Volk beim Einlegen der Kassette in die Turmkugel
(Foto: Hans Walter, Volksstimme)

Wetterfahne in der Werkstatt des Meisters Herbert Mette


Die Wetterfahne mit dem Stolberger Hirsch in der Werkstatt von Herbert Mette

Die Kugel der Wetterfahne

Die neue Kugel der Wetterfahne

Bei  diesem  wichtigen  Vorhaben  zeigt  sich,  wie  engagiert  sich  Vereinsmitglieder  um  „ihr“ Schloß kommern. Insgesamt  stellen  Kugel  und  Wetterfahne  einschließlich  der  Montage  einen  beträchtlichen Wert dar, den Herr Mette als Sponsoringleistung erbrachte. Möglich machte die Montage erst unser Vereinsmitglied Herr Peter Lamprecht, der mit seiner Firma  Lamprecht  &  Sohn  Gerüstbau  GmbH  ebenfalls  als  Sponsoringleistung  das
erforderliche Gerüst zur Verfügung stellte. Der Vorstand bedankt sich recht herzlich bei beiden Unternehmern für diese umfangreiche
Unterstützung.

Woran liegt das sehr begrenzte Interesse Wernigeröder Hoteliers am Schloß
begründet?
Der  Vorstand  unseres  Vereins  griff  den  Vorschlag  unseres 2.  Vorsitzenden  Herrn  Harald Rautenbach  auf  und  schrieb  Wernigerder  Hotelbesitzer  an, lud  diese  zur  Mitarbeit  in unserem Verein ein und regte auch anderweitiges Engagement für das Schloß an. Leider  war  die  Resonanz  sehr  ernüchternd.  Die  mögliche  Zusammenarbeit  zum  gegen-
seitigen Vorteil wird anscheinend noch nicht als wesentlich eingeschätzt.

„Der Eiserne Harz“ – ein interessantes Harzer Gemeinschaftsprojekt in Vorbereitung
„Der  Eiserne  Harz“  ist  das  Gemeinschaftsprojekt  einer  Ausstellung  an  vier  Standorten.  Es handelt  sich  dabei  um  das  Oberharzer  Bergwerksmuseum  in  Clausthal-Zellerfeld,  den Förderverein Königshütte in Bad Lauterberg, das Hüttenmuseum Ilsenburg und die Schloß Wernigerode GmbH.
Für  den  Begleitband  zur  Ausstellung  schreiben verschiedene  Fachleute  jeweils  monographische  Artikel.  Damit  wird  erstmals  flächendeckend  über  den  gesamten  Harz  ein Nachschlagewerk zu den verschiedenen Eisengußhütten vorgelegt. Im  Einzelnen  handelt  es  sich um  die  ehemals  Königlich-Hannoversche  Hütte,  die  Königshütte  in  Bad  Lauterberg,  die  ehemals  Braunschweigische  Eisengußhütte  in  Zorge,  die Hannoversche Hütte  in Rotheshütte, die  Hütte von Meyer in Harzgerode, die  private  Hütte
von Wilhelm  Lüders  in Wernigerode, die  gräflich-stolbergische  Eisenhütte  in  Ilsenburg und die Braunschweigische Hütte in Rübeland. Bei der Präsentation wird arbeitsteilig vorgegangen. Die klassizistische Produktion der ersten Hälfte  des  19.  Jahrhunderts  wird  im  Wesentlichen  in  Bad  Lauterberg  ausgestellt.  Die Produktionsbedingungen,  die  Darstellung  der  Produktionsorte  und  technologische  Fragen werden im Oberharzer Bergwerksmuseum in Clausthal-Zellerfeld präsentiert, die Produktion
des Eisengusses in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Sonderausstellungsräumen auf Schloß Wernigerode und die Produktion des Jugendstils im Hüttenmuseum Ilsenburg. Die  Eisengußsammlung  der  Schloß Wernigerode  GmbH, die  ‚ber  400  Objekte  beinhaltet,
umfasst  zum  Beispiel  den  größten  bisher  bekannten  Bestand  an  Eisengußobjekten  der Firma Meyer aus Harzgerode. Das sehr komplexe Projekt erfordert noch umfangreiche inhaltliche und organisatorische
Arbeiten. Die gemeinsame Eröffnung der Ausstellung „Der Eiserne Harz“ wird im Juli 2010 auf Schloß Wernigerode stattfinden.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Ludwig Hoffmann      Eberhard Schröder
Vorsitzender                    Schriftführer