Rundbrief vom 18.11.2009 an die Mitglieder der
Gesellschaft der Freunde des Schlosses Wernigerode e. V.
Sehr geehrte Vereinsmitglieder,
in Vorbereitung unserer diesjährigen Jahreshauptversammlung möchte der Vorstand Ihnen wiederum mit diesem Brief einige Informationen zum Schloß und zu unserer Vereinsarbeit übergeben.
Was gibt es Neues zu unserem Festsaal?
In diesem Jahr wurde der vorletzte Restaurierungsabschnitt in Angriff genommen, nämlich die Restaurierung der Nord- (Fenster-)Wand. Diese prangt nun wieder in dem originalen Dunkelgrün. Das ist schon ein großer Fortschritt. Allerdings fehlt noch die Rankenmalerei, mit der der ganze Festsaal geschmückt ist. Es wäre ja besser und billiger gewesen, wenn alle notwendigen Arbeiten in einem Zuge hätten erledigt werden können. Als Förderverein hatten wir einen Förderantrag beim Kultusministerium gestellt, der leider abschlägig beschieden wurde. Wir sind nun auf das Jahr 2010 verwiesen worden. Hoffentlich können dann endlich die Arbeiten abgeschlossen werden.
Dank einer Spende von Lotto Sachsen-Anhalt geht die Sanierung der Königszimmers weiter

Im Rundbrief vom Mai 2009 berichtete der Vorstand über das Ausmaß der Schäden, die bei der Rekonstruktion des Königszimmers entdeckt wurden. Ausserdem müssen in die Schwammsanierung auch das Königliche Arbeitszimmer und das Gemäldearchiv der Stiftung Dome und Schlösser einbezogen werden. Neben dem Engagement der Restauratoren und Schloßmitarbeiter ist vor allem viel Geld erforderlich, um den Schwamm und alle Folgeschäden zu beseitigen.
Auf den ersten Blick waren für den Laien die Schäden durch den Hausschwamm nicht zu erkennen
Statt der ursprünglich geplanten 30.000 EUR werden nun 130.000 EUR benötigt. Deshalb ist die Spende von 30.000 EUR von Lotto Sachsen-Anhalt eine wichtige Hilfe, um beim Königszimmer weiter voranzukommen.
Besuch der Crola-Ausstellung am 29.09.2009
Für die Freunde des Schlosses war die Sonderführung am 29.09.2009 durch die Ausstellung „Im Mittelpunkt: Natur. Der Spätromantiker Georg Heinrich Crola (1804-1879)“
in mindestens zweifacher Hinsicht ein besonderes Erlebnis. Zum einen war es erstmals überhaupt möglich in einer Werkschau 20 Ölgemälde sowie 120 Handzeichnungen aus sämtlichen Schaffensperioden des Künstlers zu betrachten. Zum anderen war die Führung durch die Crola-Experten Gerd Ilte und Dr. Christian Juranek so informativ und anregend, dass es zu sehr interessanten Gesprächen über den Künstler Crola, seine Zeit, seine Reisen und das Harzgebirge kam.
Wer sein Wissen vertiefen möchte sollte zum Begleitband der Ausstellung greifen. Die im Jahr 1847 geschriebene Malerautobiographie von Georg Heinrich Crola, die bis zum Jahr 1837 reicht, wird hier zum ersten Mal gedruckt der Öffentlichkeit präsentiert.
Anerkannt wurde in den Gesprächen während des Rundganges das Niveau der wissenschaftlichen Arbeit auf Schloß Wernigerode, das dem Auftrag und Anspruch im Zusammenhang mit der Stiftungsgründung entspricht.
Der Begleitband zur Ausstellung ist auch ein Beleg für den wissenschaft-lichen Anspruch der Arbeit auf Schloß Wernigerode
Für Freude sorgte nunmehr die Mitteilung, dass die Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt unser Museum beim Ankauf eines weiteren Crolabildes unterstützte. Das Ölgemälde „Bayrische Voralpenlandschaft mit Wasserfall“ wird künftig seinen Platz in der Großen Halle haben.

Einwerbung von Fördermitteln / Nächste Projekte
Im Jahr 2009 erfolgte die Konzentration seitens der Schlossstiftung und der Geschäftsführung auf folgende Schwerpunkte:
• Für die Erweiterung der Brandmeldanlage liegt der Zuwendungsbescheid vom Land vor.
• Für den Wasmusturm wurde ein Förderantrag im Rahmen des Konjunkturprogramms bei der Investbank Sachsen-Anhalt gestellt.
• Der Förderantrag zur Gewährung von Landeszuwendungen für das Jahr 2010 für die Heizungsumstellung (2. BA) wurde eingereicht.
• Der Landkreis stellt 2009 die Summe von 50.000 EUR zur Verfügung. Damit verfügt das Schloss über Mittel zur Kofinanzierung von Projekten.
Vom Modellbauer zum Schloßbaumeister ist es nur ein Blick
Als Erfolgsgeschichte erwies sich die Idee, markante Gebäude und Sehenswürdigkeiten des Harzes im Maßstab 1:25 als Modell nachzubauen. Das über mehrere Jahre geführte Gemeinschaftsprojekt der KoBa Wernigerode, der ARGE Halberstadt und der Oskar-Kämmer-Schule wurde und wird mit soviel Fachkenntnis, handwerklichem Geschick und Liebe ausgeführt, dass man den Beteiligten wünscht, sie mögen mit einem festen Arbeitsplatz auch künftig kreativ tätig und nicht wieder auf Hartz IV angewiesen sein.

Am 01. Mai 2009 wurde als Ergebnis der fleißigen Arbeit auf einem 1,5 ha großen Gelände des Bürgerparks der "Kleiner Harz" eröffnet.
Unter den Modellen nimmt das Schloß Wernigerode einen besonderen Platz ein. Das liegt nicht allein an der Größe. Auch die Möglichkeit, die detailgetreue Miniausgabe zu studieren und sofort mit einem Blick Richtung Südosten das Original auf sich wirken zu lassen, ist etwas Besonderes.

Wer Interesse hatte, konnte sich an diesem Tag auch als Schlossbaumeister (genannt Modellbauer) betätigen oder sich mit dem Schlossherrn Dr. Juranek ablichten lassen. Eine Reise durch den „Kleinen Harz“ ist sicher für viele Touristen und Wernigeröder Anregung für den Besuch unseres Schlosses.


Ankauf von Kunstgut
Am Montag, dem 23. 11. 2009 stellt die Stiftung Schloß Wernigerode um 14 Uhr einen Kunstankauf aus der Provenienz Stolberg-Wernigerode vor. Es handelt sich dabei um insgesamt 22 Gegenstände, die auf einer Auktion des Auktionshauses Christie's in Amsterdam am 1. April diesen Jahres durch die Stiftung Schloß Wernigerode aufgekauft worden. Die Finanzierung übernahm das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, die Kulturstiftung der Länder und die Harzsparkasse. Durch den Ankauf konnte das ehemalige Empire-Zimmer wieder in seinen ursprünglichen Zustand der 1920er Jahre, nämlich die Rote Henrichskammer zurückverwandelt werden. Weitere Gegenstände sind solche, die an verschiedenen Orten in der Dauerausstellung in Zukunft zu finden sein werden. Darunter befinden sich wertvolle Majoliken, Porzellanfiguren, Textilien und vor allem Möbel mit Renaissance-Schnitzereien, die eben in die historische Rote Henrichskammer gehören.
Aktivitäten unserer Mitglieder
In der Hauptversammlung 2008 gab es die Anregung, mit dem Rundbrief auch über Aktivitäten unserer Vereinsmitglieder zu informieren, die mit dem Schloß (auch im weiteren Sinne) zu tun haben.
Nach dem Bericht im Rundbrief vom Mai 2009 über die Unterstützung von Herbert Mette und Peter Lamprecht beim Wiederaufbau von Kugel und Wetterfahne auf dem Treppenturm, erhalten Sie heute die folgenden Ausarbeitungen von Herrn Olaf Beer über Albert Schöpwinkel.
Viel Freude bei der Lektüre.
Jahreshauptversammlung am 24.11.2009
Unsere diesjährige Jahreshauptversammlung werden wir am 24.11.2009 ab 17:00 Uhr auf dem Schloß durchführen. Der Vorstand freut sich über eine rege Teilnahme und Diskussion.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Ludwig Hoffmann Eberhard Schröder
Vorsitzender Schriftführer
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